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von Bürgermeister Uhlenbruch

Coronavirus: Persönliche Erklärung von Bürgermeister Ralf Uhlenbruch vom 19. April 2020

Bürgermeister Uhlenbruch

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die derzeitige schwierige Situation und die Entwicklungen der Corona-Krise sind für unsere gesamte Gesellschaft eine große Herausforderung und erfordern von uns allen ein überlegtes, besonnenes und verantwortungsbewusstes Handeln. An diesen Grundsätzen kann und darf nicht gerüttelt werden. In den letzten Tagen und Wochen wurden verschiedene Aktionen ins Leben gerufen, die alle ein gemeinsames Ziel verfolgen, nämlich gerade in schwierigen Zeiten zusammen zu halten und die Krise gesund zu überstehen!

Ein besonders wirksames und symbolträchtiges Zeichen konnten wir als Bürgermeister (BM) des Dreiländerecks Luxemburg, Frankreich und Deutschland, Herr Patrick Gutieres (BM von Apach), Herr Yves Licht (BM von Contz-les-Bains), Herr Michel Gloden (BM von Schengen), Herr Jacques Sitz (BM von Remich), Herr Steve Reckel (BM von Mondorf-les-Bains) und ich in meiner Eigenschaft als Bürgermeister der Gemeinde Perl setzen. Wir setzten ein Zeichen für ein solidarisches Handeln, trotz der schwierigen Situation, für eine weiterhin gute Zusammenarbeit in unserem Dreiländereck und für ein gemeinsames Europa. Wie Sie der Presse entnehmen konnten, fand zu diesem Anlass am 14.04.2020 eine Veranstaltung in Schengen am Denkmal zur Unterzeichnung des Schengener Abkommens statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden der Geist der unverbrüchlichen Freundschaft der Staaten im Dreiländereck und die Freizügigkeit im Schengen-Raum erneut beschworen. Symbolträchtiger und glaubwürdiger kann ein Bekenntnis für ein vereintes Europa nicht sein.

v.l.n.r.: Patrick Gutieres, Steve Reckel, Michel Gloden, Jacques Sitz, Ralf Uhlenbruch, Yves Licht
v.l.n.r.: Patrick Gutieres, Steve Reckel, Michel Gloden, Jacques Sitz, Ralf Uhlenbruch, Yves Licht

Auch Ortsbürgermeister des Landes Rheinland-Pfalz und Bürgermeister von Luxemburg setzten ein Zeichen. Sie verfassten einen offenen Brief an die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Frau Malu Dreyer und unseren Ministerpräsidenten des Saarlandes, Herrn Tobias Hans.

Diese Aktionen trugen dazu bei, dass der Grenzübergang in Remich in einem ersten Schritt für Pendler am 17.04.2020 wieder geöffnet werden konnte.

Obwohl die jüngste Entwicklung der Fallzahlen von Infizierten, Erkrankten und auch Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus Anlass zu vorsichtigem Optimismus geben, dürfen wir nicht leichtsinnig werden und die offenbar erfolgreichen Maßnahmen nicht vorschnell aufheben. Die weiterhin notwendigen Maßnahmen dienen nach wie vor der Beschränkung von nicht zwingend notwendigen Kontakten und wirken somit der weiteren Ausbreitung des Coronavirus entgegen. Wir gewinnen somit Zeit für die Menschen in unserer gesamten Region. Zeit, die dringend benötigt wird. Dies gilt aus meiner Sicht nicht nur für uns Perler, uns Saarländer oder uns Deutsche, diese Zeit verschaffen wir alle gemeinsam auch unseren luxemburgischen und französischen Freunden. Besonders wichtig ist dies für die Risikopatienten und unser medizinisches Personal.

Solidarität, tiefe Verbundenheit und Freundschaft drücken sich für mich jedenfalls nicht durch offene oder durch zeitlich begrenzt geschlossene Grenzen aus. Vielmehr heißt dies für mich in der aktuellen Situation, dass weiterhin Solidarität gefordert ist. Solidarität, die sich u.a. durch gemeinsamen Verzicht und gemeinsame Beschränkungen zu Gunsten der Allgemeinheit und derer, die besonders gefährdet sind, ausdrückt. Es ist ein wenig wie mit wahrer Freundschaft, die keine Beweise und keine Geschenke braucht, um sie tatsächlich zu leben und zu erfahren.

Es bleibt zu erwähnen, dass ungeachtet meiner persönlichen Sichtweise, die getroffenen Maßnahmen in der Zuständigkeit des Landes und des Bundes liegen.

Ich bin mir sicher, dass wir im Dreiländereck die schwierige Situation gemeinsam bewältigen werden. Auch bin ich mir sicher, dass wir die gewonnenen Erfahrungen in eine noch bessere Zusammenarbeit im Dreiländereck einfließen lassen können. Jedenfalls kann ich Ihnen versichern, dass dies mein Ziel war und ist.

Ich hoffe, dass wir alle in den nächsten Wochen wieder schrittweise in unseren gewohnten Alltag zurückkehren können.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Uhlenbruch
Bürgermeister

Video Beitrag zur gemeinsamen Aktion in Schengen:

SAARTHEMA extra - Wege aus der Krise
Video | 16.04.2020 | Dauer: 00:44:55 | SR Fernsehen - (c) SR
Beginn Berichterstattung zum Dreiländereck: ca. 00:14:00

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