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von Bürgermeister Uhlenbruch

Bürgermeister informiert KW 25: Sieben Bürgermeister, drei Länder, ein Ziel

Bürgermeister Ralf Uhlenbruch

„Es ist nicht nur der Wein, der verbindet“, schreibt Marco Goetz im Luxemburger Tageblatt nach einer gemeinsamen Rundfahrt mit sieben Dreiländereck- Bürgermeistern durch ihre jeweiligen Kommunen. Vor allem die Menschen in unserer gemeinsamen Region sind ein gutes Beispiel für historisch gewachsene und tagtäglich gelebte Zusammengehörigkeit. Natürlich ist nicht alles perfekt, aber wir haben eine hervorragende Basis, die es in Zukunft gemeinsam aus-zugestalten und zu entwickeln gilt.

Die EU und vor allem das Schengener Abkommen bieten die Grundlage, um in unserer Region Kultur und Eigenarten zu wahren und doch näher zusammen zu rücken. Mit der Gründung einer eigenständigen Interessenvereinigung (Dreiländereck E.W.I.V.) zur Vermarktung und Entwicklung der Dreiländereck-Region und unserer gemeinsamen Geschichte haben die beteiligten Kommunen im Frühjahr den rechtlichen und finanziellen Rahmen für eine engere Zusammenarbeit geschaffen. Der starke Zusammenhalt gerade in dieser schwierigen Zeit zeigt die Solidarität und die Freundschaft über unsere Grenzen hinaus.

Bürgermeister fahren Bus
„Kein gewöhnlicher Ausflug“, schreibt Goetz weiter in seinem Artikel. Um den europäischen Gedanken und die Motivation der gemeinsamen Vermarktung und Entwicklung zu unterstreichen haben sich am vergangenen Wochenende die Vertreter der Dreiländereck Kommunen (Emilie Feltz-Villain, Apach; Fernand Lucas, Contz les Bains, Remi Schwenck, Rettel; Ralf Uhlenbruch, Perl; Steve Reckel, Mondorf; Jacques Sitz, Remich und Michel Gloden, Schengen) mit Journalist Marco Goetz auf eine gemeinsame Entdeckungstour begeben, eine Tour als Zeichen der Solidarität und Freundschaft vor Ort, unabhängig von politischen Entscheidungen auf nationaler oder internationaler Ebene.

Die Idee hinter dieser gemeinsamen Reise?
Unsere Region bietet zahlreiche, attraktive Freizeitmöglichkeiten und beste Voraussetzungen für Urlaubs- und Tagesgäste. Dafür möchten wir werben. Das  Corona-Virus wird das Urlaubs- und Reiseverhalten in den nächsten Jahren nachhaltig beeinflussen und verändern. Für uns kann das eine große Chance sein, die wir gemeinsam nutzen möchten. Das Dreiländereck an der Mosel muss man erleben, um es zu verstehen. Seine wirtschaftliche, kulturelle und kulinarische Dimension muss man spüren und genießen um tatsächlich einen Einblick in die Region und ihre Menschen zu gewinnen. So ist diese gemeinsame Entdeckungstour nicht nur eine Urlaubsempfehlung und ein symbolischer Akt der Freundschaft, sondern auch eine besondere Art des Näherkennenlernens und der engeren Bindung.

Von Remich durchs Dreiländereck nach Nennig
Startpunkt der Rundfahrt war an der neuen Tourist-Information auf der Esplanade in Remich. Von hier starten auch die Moselpassagierschiffe zu ihren Gästetouren und zeigen die Mosel von ihrer schönsten Seite.

Von Remich geht es in die Gemeinde Schengen nach Remerschen zum Wasserturm. In seiner Grundstruktur stammt er aus dem Jahr 1934. Die rund 40 Meter hohe Plattform bietet einen beeindruckenden Panoramablick auf die Dreiländerregion, auch hinauf bis nach Mondorf, wo der weitläufige Park des Thermalstädtchens und das Flugzeugmuseum als dritte Station der Reise auf unsere Gruppe warten.

Weiter geht es nach Contz les Bains in Frankreich. Hier empfängt Gerard Sonntag vom Weingut Sonntag den kleinen Tross. Im nahen Rettel bestaunt die Reisegruppe die im 14. Jahrhundert im spätgotischen Stil erbaute „Maison de la Düne". Anschließend geht es nach Apach. Wie auch in Contz und Rettel wohnen hier viele Grenzgänger, die in Deutschland oder Luxemburg arbeiten.

Von Apach ist es ein Katzensprung nach Perl. Von hier geht es zur Villa Borg, eine auf bestehenden Fundamenten original-getreu aufgebaute Römervilla. In der rekonstruierten Anlage bekommt man einen tollen Einblick in die römische Vergangenheit und kann in der Taverne lecker speisen. Den Abschluss der Reise bildet die Besichtigung von Schloss Berg in Nennig. Das schöne Renaissance Schloss ist seit letztem Jahr  Start-punkt der beliebten Wandertraumschleife Dolinenweg.

Obwohl nicht jeder der Anwesenden von sich behaupten kann, sämtliche Ortschaften der Reise bereits besichtigt zu haben sind sich am Ende alle einig: „Diese Tour verdient es durchaus, von Bürger*Innen und Gästen nachgeahmt zu werden. Europa muss tagtäglich gelebt werden".

Mehr Autonomie für unsere gemeinsame Region?
Mehr Gestaltungsfreiheit wünschen sich beim gemeinsamen Fazit alle. Ob dafür mehr politische Autonomie zwingend erforderlich ist, ist schwer zu sagen. Wir brauchen nicht unbedingt ein kleines Europa im Herzen von Europa. Wir benötigen bei den politisch Verantwortlichen auf allen drei Seiten mehr Bewusst-sein für das gemeinsame Leben und die Beziehungen in unserer Region. Die stark unterschiedlichen Strukturen, Entscheidungswege und finanziellen Möglichkeiten beschränken uns im gemeinsamen Handeln und Zusammenwachsen. Hier müssen sich in Zukunft alle Ebenen öffnen und enger miteinander verzahnen. Im  Tourismus gelingt dies schon heute sehr gut. Andere Bereich wie das Gesundheitswesen haben hier noch großes Potenzial.

35 Jahre Schengener Abkommen
Bei einer Feierstunde im Europazentrum in Schengen wurde am vergangenen Sonntag das Schengener Abkommen mit einem klaren Bekenntnis zu einem gemeinsamen und grenzenlosen Europa gefeiert. Freundschaften und Solidaritätsbekundungen zwischen den Bewohnern gibt es hier seit ewigen Zeiten. Die Römer und die moselfränkische Mundart beispielsweise haben die Kulturlandschaft geprägt. Maßgeblich zur Entwicklung der Region beigetragen hat aber auch die Europäische Union und vor allem das Abkommen von Schengen. 35 Jahre sind seit der Unterzeichnung vergangen. Dieses Abkommen hat der Region zu noch mehr Dynamik und Entwicklungspotenzial verholfen. Die Entwicklung ist allerdings noch nicht abgeschlossen, und der Wille ist vorhanden, sie gemeinsam weiter voranzutreiben.

Ralf Uhlenbruch
Ihr Bürgermeister
in der Gemeinde Perl

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